Zwei Brücken

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Habe ich mir letzte Woche mal ausgedacht. Ein Lauf über beide Rheinbrücken. Hinüber in ein anderes Bundesland und zurück. Geht nur am Wochenende und morgens, wenn die Autos nicht auf den Brücken herum stehen. Vorbereitungstraining für den Stadtlauf und den Firmenlauf.
Erstaunlicherweise komm ich sehr wenig mit den Straßen in Berührung und auch auf der Kurt Schumacher Brücke ist man weit von der Fahrbahn entfernt. Man ist eher ständig am Wasser und Schiffe sind immer in Blickweite.
Ja, die Brücken sind ein Labyrinth vor allem auf der Mannheimer Seite. Keiner Schilder, Treppen als Sackgassen. Man sollte da beim Anlegen der Wegen und Schilder vielleicht mal mit Profis arbeiten.

Klar laufe auch ich gerne im Grünen, aber so ein wenig „Big City Life“ hat schon was. Hier ein Schiff, da der ICE. Von den Leuten im Hafen begrüßt werden.Es gibt so viel zu sehen. Ein junger Mann, der eine Entenmama mit zehn Küken  über die dreispurige Straße zu leiten versucht. Ein Gastankschiff das beim Anlegen eindrucksvoll mit dem Seitenstrahlruder arbeitet oder einfach der Bootsmann, der einem mit freundlichem „Bonjour“ begrüßt.
Die Sonne treibt einem den Schweiß aus den Poren und das schwingende Gefühl der Stahlbetonbrücke, wenn die Fahrzeuge drüberhuschen. Als wäre der Asphalt ein vibrierende Schlange. Kann man nicht erklären, muss man erleben. Stadtleben.

Die Route befindet sich auf gpsies

Zwischen den Jahre

Kunsthalle

Kunst in der Kunsthalle. Perlen vor die Säue.

Was man eben so macht. In die Kunsthalle nach Mannheim gehen. Zwischen dem Pfälzer Max Slevogt mit seiner Weinlese und dem Bugatti mit Glaskitschlibellenkühlerfigur sind wirklich tolle Bilder dabei. Manchmal hängen sie so eng beisammen, dass man sie gar nicht betrachten kann oder die verspiegelten Glasrahmen machen das Betrachten generell unmöglich.
Es ist genau wie in Ludwigshafen im Hack Museum, betritt man mit Kinder das Museum, kommt sofort die Aufseher-Gestapo an und beobachtet und belästigt dich ständig. Ein ständiges „Gehen Sie bitte nicht so nah ran“ wenn man dem Kind gerade erklärt was es da sieht. Während andere Erwachsene mit der Leselupe da im Millimeterbereich auf den Bildern umherkriechen fange ich ständig böse bis sehr böse Blicke ein. Leider war ich zu gut drauf, um da mal jemand anzuschnauzen. Scheinbar will man kein junges Publikum aber war ja klar. Muss ich im Ausland mit den Kindern ins Museum. Wo Leute herbeieilen um Dir Deine Fragen zu beantworten oder direkt die Kinder einsammeln und eine kleine, spontane Führung zu machen. Ohne Aufpreis.

Liebe Kunsthalle, behaltet euren Rotz, begrabt euch damit. Ihr habt Museum einfach nicht kapiert. Die paar ausgedruckte Zettel an der Wand die einem erklären wie groß das Bild ist, rocken so gar nicht. Ihr seht mich nicht wieder, auch nicht wenn ihr einen noch größeren Neubau demnächst daneben stellt. Es liegt nicht am Gebäude das ihr nix draufhabt.

Ein Dank geht an die Frau in der Caféteria die wirklich sehr freundlich war und an die alte Dame. Die alte Dame stand neben mir als wir uns über eine Vitrine beugten um zu sehen was da drin ist. Blitzschnell kam ein „Bitte die Vitrine nicht berühren.“ Die alte Dame schaute auf und echauffierte sich mit „Hier hat sich wirklich auch gar nichts geändert“

Viele Dinge auf Radwegen

Mannheim ist leider nicht Hamburg, sonst könnte ich hier mitmachen. Aber Hamburg ist überall. So viele Dinge auf nur einem Radweg, ich würde einen Preis gewinnen. Das ist übrigens dort immer so. Manchmal wird man abgedrängt und angehupt. Ob als Fußgänger oder Radfahrer. Das soll irgendwie ein Radweg sein! Weiter hinten geht dann mehrspurig noch die Straßenbahn drüber und die Leute aus dem Hauptbahnhof kommen auch rausgequollen um zum Taxistand zu eilen. Weiter vorne an der Post, gibt es auch einen Radweg, aber denn sah ich noch, nie weil da eigentlich niemals keine Autos drauf stehen. Das ist ja auch nicht irgend ein Radweg, sondern der Weg vom Hbf zur Uni. Man hat noch eine Fahrradstraße drangebastelt, die aber nicht funktioniert. Mannheim ist unterste Schublade was Radwege betrifft. Nicht, das sie keine hätten, aber sie sind zum großen Teil einfach nur Alibi. Man denkt einfach, man erlaubt eine Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung rein fahren zu dürfen und schon hätte man was für Radfahrer getan.
Ein Radweg soll das sein800
Mannheim hat es echt verpfuscht. Nennt sich gerne Autostadt, vielleicht weil man so viele Autos stehen sieht die da rumstehen und einfach so Energie verbraten. Die Stadt hat zwar einen Ring aber die funktionsweise ist eher peinlich bis gar nicht gelöst. Auch wird immer wieder behauptet, das die Bevölkerung gar keine U-Bahn will, sondern die Bürger viel lieber in der Fußgängerzone von diesen Dingern umgefahren wird. Ich denke, ich werde in nächster Zeit ein wenig mehr dieser Radweg in MA zeigen. Das ist fast schon Slapstick.
Mein Tipp lieber Stadtplaner. Setz Dich mal auf ein Rad und fahre ein Monat lang von A nach B ohne einen Fehler zu begehen. Nicht nur so zum Radspaß, sondern als Verkehrsmittel im Alltag. Du würdest grandios scheitern.

Mannheim kann kein Fahrrad

Nur rote Spuren auf die Straße malen, das sind noch keine Radwege. Wenn die Spuren dann auch nur sehr schmal sind von rechts jeden Moment eine Tür aufgeht und man dann nur in die Straßenbahnschienen ausweichen kann, ist das eigentlich nur ein Witz. Man ist dem Tode ganz nahe auf diesen Straßen. Aber ich nutze sowieso keine Radwege mehr in Mannheim. Wozu auch, es geht ja nicht. Stehen ja Autos drauf. Die Strafzetteldamen interessiert es auch nicht. Die drei PKWs im Bild standen im Abstand von 100m.
Der Rest? Die ganzen „Radweg Ende Schilder“ oder die Kreuzung an der zwei schnelle Radwege aufeinander treffen und beide grüne Ampeln haben (an der Aral Tankstelle am Planetarium) ist  ein schlechter Witz. Mannheim kann kein Fahrrad, so gar nicht. Fragt nicht nach der Situation am Bahnhof.Oder die Situation an der Post. Nehme ich die utospur dauert das links abbiegen 5 Sekunden. Nutze ich den Radweg, mehrere Minuten. Die Ampel laufen genau asynchron für Radfahrer.
Neckarauer Übergang. Eigentlich müsste ich nur der Straße im Linksknick folgen. Aber man muss erst mal nach rechts fahren und dann kommen sechs(!) Ampeln. An jeder muss man warten. Klar nutze ich die Straße. Ich bin schon langsamer und dadurch noch mehr, sehe ich nicht ein. Gar nicht

Der Sprinter der mir zuletzt auf dem Radweg/Gehweg entgegenkam und auf mein „Das ist ein Radweg“ nur abwinkte und doof lachte. Delle in Deiner Tür? Ja, das war dann vielleicht ich aber das hast Du sicher gehört. Ich winkte auch nur ab und lachte doof. Eventuell braucht man jetzt im Herbst Quarzhandschuhe. Könnte mir helfen, um zu meinem Recht zu kommen.
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Wie können Sie es wagen?

Von der Arbeit nach Hause mit dem Rad. Durch die Quadrate Mannheims. Ich mit Blinkelampen, Helm und extrem greller Neonjacke in orange.
Fahre durch die Gassen, keine 10 m schießt der weiße BMW X5 mit quietschenden Reifen vor mir raus. Ging nochmal gut, Ich hau kräftig gegen das Heck. An der Ampel dann Showdown.
Trulla aus Heidelberg „Wie können Sie gegen mein Auto schlagen“
Ich „Weil ich es kann (klopf klopf) Sehen Sie?  Es ging gerade nochmal gut, Sie haben mir die Vorfahrt genommen mit ihrem albernen Auto“
TaHD “ Sie waren viel zu schnell“
Ich „Hä? Das ist ein Fahrrad“
TaHD „Außerdem sind sie nicht rechts gefahren, sondern in der Mitte der Straße“
Ich „Ja, weil sonst jemand wie Sie die Fahrertür aufreißt. Aber ich komm dann trotzdem immer noch von rechts. Sie haben mich gesehen und bewusst mir die Vorfahrt genommen“
TaHD „Hören Sie auf mein Auto zu berühren“
Ich „Geht das kaputt, ist das aus Zucker?“
TaHD „—„
Ich „Nächstes mal gibt es Dellen“ 
TaHD fährt weg, bis zur nächsten Ampel. Die roten Flecken im Gesicht sehe ich sogar bei Dunkelheit.

Dumm Plunz* **

orange

orange

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit. Ich extra die ultragrelle Jacke an und das Blinkelicht damit mich die Affen in den Autos auch sehen.
Fahre abseits der Hauptstraße weil man da als Radfahrer sowieso unerwünscht ist. Da will ich Straße kreuzen und mir gegenüber ein weißer Golf. Der aber einfach abbiegt. In mich hinein. Ich halb gestürzt und grade noch gefangen bevor ich auf der Fresse lag. Die junge, scheinbar frierende Dame* winkte mir entschuldigend durch das geschlossene Fenster zu und fuhr weiter.
Meine Superfähigkeit. Durchsichtig im Straßenverkehr.
PS: Nicht das mich vorgestern solch ein Dreiradmotorrad beim rechtsabbiegen auf dem Radweg fast umgebügelt hätte. Nur lautes anschreien rettete mich. Ein Schulterblick der lächerlichen Fahrerin hätte auch gereicht.

** Sagt man hier so, bedeutet eigentlich „Blutwurst ohne Grieben“ . Also was langweiliges, hässliches ohne Kraft.