Abita

Fukushima und die Folgen in einem Kurzfilm zusammengefasst. Drei ruhige Minuten, nehmt euch Zeit und stellt auf Vollbild.

Abita from Shoko Hara on Vimeo.

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Sprachlos und wütend

Erinnert ihr euch, (also die älteren Leser) wie es damals war? Diese Demos um Kalkar? Gewalt von den Staatsorganen damals schon. Prügeleien und dumpfer Gehorsam in Uniform. Wie man als junger Mensch von den „Alten“ angefeindet wurde und als Spinner bezeichnet wurde, wenn man Atomenergie ablehnte?  Obwohlm man wusste wie so ein Ding funktionierte wurde man als „Müslifresser“ verspottet. (Diesen Zusammenhang habe ich bis heute nicht begriffen). Und jetzt? Immer noch. Nach all dem was passiert ist. Nach all den Atomunfällen in der Welt, glauben die ewig Gestrigen immer noch an das Heil in der Atomenergie. Ich frage mich, woher dieser Optimismus kommt? Wahrscheinlich, das diese Leute einfach noch nie damit konfrontiert wurden und nicht die Empathie haben sich in die Lage zu versetzen wie das denn so wäre.
Wenn ich da an meinen Wohnort denke. Bei gutem Wetter sieht man vom Pfälzer Wald aus zwei Atomkraftwerke. Angenommen nur eines hätte einen Unfall. Es wäre vorbei mit wunderschöner Natur. Vorbei mit Obst, Gemüse und Pfälzer Wein. Als wäre ein Krater mitten in Deutschland. Transportwege wären gekappt. Millionen Menschen müssten fliehen. Vielleicht würden ja die „Fachmänner“ wohnen bleiben. Ist ja ungefährlich.

Das Schlimme daran. Man sieht die Katastrophe mit dem Auge nicht. Alles sähe so aus wie zuvor. Ich hörte von Leuten, die eine Doku im TV über Chernobyl sahen. Sätze wie „Da leben heute noch Menschen und die sind sogar alt“, ließen mir die Haare zu Berge stehen. Was glauben die eigentlich, was mit den anderen Menschen passiert ist, den Krebstoten, den Totgeburten? Ja, für alte Menschen ist die Gefahr auch eher gering, die Spätfolgen sind das Problem und natürlich die Fortpflanzung.
„Das bissel Strahlung, was soll das schon machen?“ Ich erinnere euch mal wieder, wenn ihr euch im Sommer mit Sonnencreme einschmiert. Nur geht Radioaktivität durch euch durch und zerhackt und beschädigt eure DNS.

Fukushima: Das Ding dampft und wird uns wohl noch ein Leben lang beschäftigen. Mindestens bis zum Kollaps des nächsten AKWs in der Welt. Jaja, ich weiß, diese Panne passiert nur alle 100 000 Jahre. Warum das dann schon zum vierten mal passierte, ist mir ein Rätsel. Chernobyl wiegelte man ab „Tja, russische Technik ist alt und schlampig“ Aber wie ist das mit Japan? Ihr glaubt nicht wirklich das unsere bindesdeutsche AKW Betreiber Superhelden sind? Die sind schneller weg als ihr euch vorstellen könnt. Versicherungen für AKWs gibt es nicht. Das Zeug ist nicht zu kontrollieren, die Versicherungen wissen das. Wer was anderes glaubt ist ..pardon..der ist dumm und naiv. Da fällt mir kein anderes Wort ein. Fukushima wird uns alle noch zu denken geben. Klar kann man einfach wie damals schon, die Grenzwerte um den Faktor 10 erhöhen und alles ist wieder unbedenklich. Verstrahlte Milch war am Morgen noch Atommüll und Abends wieder im Regal. Aber irgendwann ist Schluß und die Krebsrate ist kaum mehr zu kontrollieren oder irgendwie zu bezahlen.
Aktuell läuft wohl einer der größten Menschenversuche der Welt in der Region Fukushima.
Alexander Neureuter war dort. Hat geredet, fotografiert und gemessen. Es ist der Horror der dort abläuft. Schaut einfach selbst. Wer jetzt Zombie Apokalypse Bilder erwartet liegt völlig falsch oder anders gesagt er erkennt einfach nicht, was diese Messwerte und der Umgang mit den Menschen dort auch für uns bedeutet.

Fukushima – der Nebel des Schweigens über dem Land der aufgehenden Sonne