Dieser schöne Herbst,

lässt mich ständig an den dazugehörigen, vergangenen Sommer denken. Ich glaube dieses Fest in Ors (Ile de Oleron) war  für mich einer der magischen Momente dieser Sommerferien. Ein Fest zwischen der Arbeiteratmosphäe der Austernzüchter und französischen Ausflügler. Einige der Franzosen erkannten uns als Deutsche und sprachen uns auf deutsch an, als wären wir irgendwie exotisch. Von wegen, Franzosen sprechen weder englisch noch deutsch. Das wird zwar immer wieder erzählt, aber stimmt schon lange nicht mehr, wie ich  Jahr für Jahr feststelle.

Ors-1

Die Party beginnt.

Gespräche über Gezeiten, Fischgerichte, Familie und Wein, was will man mehr? Zwischen bunten Hütten, eine etwas wagemutige Ausflugsfahr mit einem dieser spartanischen Austernernter mit allen meinen Kindern. Sicher mehr als tausend Besucher wohnten diesem lauen Sommerabend mit uns bei. Genervt hat mich das erstaunlicherweise nicht. Es war einfach viel zu entspannt.
Kleine Brücken, Halbinseln und ein richtiges Labyrinth zwischen all diesen Austernbänken und Bootsanlegern. Es gab eine mobile Disco aus einem Steuerhaus gedengelt, Crepesbuden und eine Tombola. Der Geruch betäubend, nach See, Feuer und gegrillten Muscheln. Austern essen, Rotweinflasche und Muscheln aus dem Reisigfeuer. Das war alles neu und herrlich unkompliziert. Kleine Brücken, Lampions und diese 60er Jahre bunten Glühlampen. Am Ende ein schönes Feuerwerk. Glück ist manchmal zu einfach, wenn man sich drauf einlässt.

3 Meter

Phare de la Coubre Tilt Shift

Das war die geschätzte Wellenhöhe am Nachmittag. Da passierte auch die Sache mit meinem Finger, der mir bis heute schmerzt. Aber das war es mir Wert. In solchen Monsterwellen habe ich wahrscheinlich noch nie meinen Spaß gehabt. Der Blick ist vom Leuchtturm aus, der vom Strand aus sehr merkwürdig und irgendwie steampunkbedrohlich runterschielte. Ganz toller Ort und der Strand..verlor sich in der Unendlichkeit der Küste nach beiden Seiten.
Ich denke gerade an „Kurtaxeautomaten“ an deutschen Ostseestränden und abgegrenzten Stränden und muss lachen. An die Strände mit Eintritt in Italien, da will ich gar nicht denken, das versprach mir die Sprache. Und Meer ohne Wellen ist kein Meer, sondern ein See. Ostsee eben.

Blick zum Medoc

Phare de la Coubre

..rüber über den Gironde

Bevor ich viel erkläre hier ein Wikilink zum Gironde und das Medoc dazu.

Für mich ist diese Region (Westküste Atlantik) auch immer ein Stück Kindheit. Es war die weiteste Reise, die ich als Kind mit meiner Familie machte. Der Campingplatz an der großen Düne von Pyla war mein Favorit.

Mittlerweile habe ich mehrere Punkte auf diesem endlosen Strand besucht. Das besondere an der Atlantikküste ist der immer gewährte Zutritt zum Meer der sogar per Gesetz in Frankreich definiert sein soll.
Auch das es keine Häuser über 2 Stockwerke geben darf (ein paar Ausreiser gab es wohl wie ich in der Wiki gerade lese, aber das fällt kaum ins Gewicht) .Ich jedenfalls sah noch nie eine Betonburg oder ähnliche Schandtat an dieser Küste und diese Küste ist riesig!
Leere Strände bis zum Horizont und bei Ebbe auch mal 300m breit. Wellen (gerade an diesem Ort) waren der Hammer. Ich habe 3m und mehr geschätzt. Zumindest waren die Wellenkämme weit über den Köpfen der Badenden und die Surfschulen die dort auftauchten hatten ihren Spaß.
Am Leuchtturm selbst gibt es einen Campingplatz und eine bewachte Badezone. Sehr toll und eigentlich ein kleiner Geheimtipp von mir. Evtl. könnte dieser Platz etwas Franzosenrummel haben, aber das ist man ja gewohnt.
Wusstet ihr eigentlich, dass es in Frankreich keinen „Fortwirtschaft frei. Nur für Anlieger“Schild gibt. Jeder Feldweg ist frei befahrbar und für jeden zur Nutzung frei gegeben. Nur wenn der Weg zu einem Haus führt (ohne Abzweig)dann ist es ein „privater Weg“.
Es wäre also durchaus möglich nur auf Feldwegen durch Frankreich zu tingeln. Hmmm..ich muss nachdenken. 🙂
Landkarte vom Gironde

Phare de la Coubre Fernsicht-5

Grand Plage nach dem Regen

Gleich in der ersten Woche gab es einen Regentag. Sehr angenehm nach der heftigen Hitze und die Möglichkeit sich mal um zu schauen. „Grand Plage“ war natürlich sehr beeindrucken und spielte für drei Wochen auch eine wichtige Rolle.
Wer die Insel besucht, sollte unbedingt irgendwie ein Fahrrad dabei haben. Den für Fahrräder ist die Insel perfekt angelegt. Traumhafte Wege an Austernbänke vorbei und durch Pinienwälder direkt bis zum Strand.
Grand Plage-1